Vom 24.02.- 22.03.2020 habe ich ein Praktikum am AKH-Wien auf der Station 21 E  im grünen Bettenhaus absolviert. Das AKH-Wien ist eine Uniklinik und hat somit sehr viele unterschiedliche Fachrichtungen. Da ich meine Ausbildung in einem etwas kleineren Haus mache, hatte ich vor der Größe des Klinikums zuerst etwas Respekt. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran und findet sich auch schnell zurecht.

 

Die Fachrichtung der Station ist die Allgemeinchirurgie. Hauptsächlich werden hier Patienten mit komplexen Krankheitsbildern behandelt, die oft eine aufwendige Operation benötigen. Hierzu gehören jüngere, aber auch ältere Patienten. Auf der Station ist Platz für 29 Patienten. Es gibt Einzel-, Zweibett- und Dreibettzimmer.

Im AKH-Wien arbeitet das Pflegepersonal in 12,5 Stunden Schichten. Es gibt also eine Tag- und eine Nachtschicht. Ich habe während meines Praktikums nur die Tagschicht kennen gelernt. Diese geht von 07:00-19:30 Uhr. Die Dauer der Arbeitszeit war für mich zuerst eine Umstellung, letztendlich finde ich jedoch, dass dieses Arbeitszeitmodell auch viele Vorteile mit sich bringt. Man hat mehrere freie Tage, die man dann gut nutzen kann. Vor allem während des Praktikums, konnte an diesen Tagen dann viel unternommen werden.

Auf der Station, wo ich eingesetzt war, befanden sich in der Tagschicht meist drei diplomierte Pflegekräfte, eine Pflegeassistenz, eine Sekretärin, eine Stationsleitung und eine Servicekraft. Die Nachtschicht besteht aus zwei diplomierten Pflegekräften. Im Vergleich zu dem Haus, wo ich meine Ausbildung mache, gibt es in den jeweiligen Aufgaben des Personals sehr viele Unterschiede. Im AKH arbeitet die Stationsleitung nicht direkt am Patienten. Sie ist bei der Visite mit dabei, befindet sich aber ansonsten die meiste Zeit am Stützpunkt. Ihre Aufgaben sind z.B. die allgemeine Organisation auf der Station, das Aufnahme-und Entlassungsmanagement und Konfliktbewältigung.

Die Servicekraft teilt das Essen aus und füllt Pflegeschränke auf.

Während meines Praktikums habe ich die Arbeit der diplomierten Pflegekräfte sehr gut kennen gelernt. Diese sind auf der Station für die Versorgung der Patienten zuständig. Sie übernehmen jedoch keine Körperpflege und Vitalzeichenkontrolle. Dies übernimmt die Pflegeassistenz. Die diplomierten Pflegekräfte sind z.B. zuständig für die Wundversorgung, die Versorgung von Drainagen, prä- und postoperative Pflege und Anleitung und Beratung. Da die Körperpflege nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehört, kann man sich für die jeweiligen Aufgaben immer ausreichend Zeit lassen. Wichtige Informationen werden von der Pflegeassistenz dann an die diplomierte Pflegekraft weiter gegeben.

Ich finde diese Aufgabenverteilung sehr gut. Mir ist vor allem die Patienten und Personalzufriedenheit sehr aufgefallen. Die Pflegekräfte haben nicht so viel Stress und können auf die Patienten sehr gut eingehen, wodurch die Patienten einem sehr viel Respekt und Zufriedenheit entgegenbringen.

 

Die Kollegen auf der Station sind alle sehr nett. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Jeden Tag bin ich bei einer Pflegekraft mitgelaufen, wodurch ich sehr viel dazulernen konnte.

Die Verständigung hat meistens gut geklappt. Einige Begriffe sind in Österreich jedoch anders als in Deutschland. Doch diese lernt man sehr schnell kennen. Patienten bzw. Kollegen, die einen sehr ausgeprägten Dialekt hatten, konnte ich am Anfang eher schlecht verstehen. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran.

 

Während meines Praktikums habe ich im Personalwohnheim gewohnt, welches sich auf dem Klinikgelände befand. Man konnte also zu Fuß zur Station laufen.

 

Nach Wien bin ich zusammen mit einer Mitschülerin gefahren. Sie war auf einer anderen Station eingesetzt. Wir haben in unserer Freizeit sehr viel zusammen unternommen. In Wien gibt es sehr viele Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Schloss Schönbrunn, die Hofburg und den Prater.

Desweiteren kann man in Wien sehr gut essen gehen oder bei schönem Wetter auf der Donauinsel spazieren gehen.

 

Insgesamt hat mir das Praktikum sehr gut gefallen. Die Arbeit hat Spaß gemacht und es war sehr interessant, die Unterschiede zwischen der pflegerischen Arbeit in Österreich und Deutschland kennen zu lernen. Ich habe viele neue Erfahrungen machen können und viel dazu gelernt. Meiner Meinung nach ist ein Praktikum im Ausland auf jeden Fall sehr empfehlenswert und sinnvoll.

 

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