Grüß Gott aus Wien!

Hier habe ich vom 24.02.2020 bis zum 22.03.2020 mein 4-wöchiges Praktikum absolviert. Warum habe ich mich für Wien entschieden? Zum einen habe ich schon viele schöne Bilder von Sehenswürdigkeiten, die in Wien zu finden sind, gesehen und fand die Stadt daher schon lange interessant und zum anderen sagt man ja schließlich, Wien wäre die lebenswerteste Stadt. Davon wollte ich mich gerne selbst überzeugen und so war für mich schnell klar, dass ich mich in Wien bewerben möchte.

Ich habe mich im AKH Wien auf der Neurologie beworben. Da ich in meiner Heimat in einem Krankenhaus arbeite, welches keine eigene Neurologie hat, war ich sehr daran interessiert, auf dieser Station neue Krankheitsbilder kennenzulernen und mein Fachwissen bezüglich neurologischer Erkrankungen zu erweitern. Meine Hoffnungen haben sich in der Praxis erfüllt. Ich konnte den speziellen Umgang mit Patienten mit verschiedenen neurologischen Krankheitsbildern miterleben und so mein praktisches Wissen aber auch mein theoretisches Wissen bezüglich der verschiedenen Krankheitsbilder erweitern und festigen. Ich bin sehr froh, dass ich zukünftig sowohl in meiner Ausbildung als auch anschließend in meiner praktischen Arbeit als examinierte Pflegekraft auf diese Erkenntnisse zurückgreifen kann. Gewohnt habe ich während meines Praktikums in dem Personalwohnheim direkt auf dem großen Klinikgelände. Hier hatte ich eine kleine Wohnung mit Küche und Badezimmer zur Verfügung und habe mich dort direkt wohlgefühlt.

Blickt man auf die Rahmenbedingungen im Krankenhaus, sind mir hier einige unterschiede zu meinen gewohnten Abläufen im Krankenhaus aufgefallen. Ich habe z.B. in einer 12h Schicht von 7 Uhr bis 19 Uhr gearbeitet, es gibt in Wien also nur zweimal 12h Schichten und nicht wie gewohnt das Modell mit den drei Schichten.  Auf Station arbeiten sowohl diplomierte Pflegekräfte(so heißen die examinierten Pflegekräfte in Österreich) als auch Pflegeassistenten. Die diplomierten Pflegekräfte dürfen hierbei im Gegensatz zu den Pflegeassistenten Tätigkeiten wie das Blutabnehmen oder das Legen eines Zugangs durchführen.  Auch Servicekräfte, die für das herrichten und verteilen des Essens an die Patienten zuständig sind, waren auf der Station zu finden. Die Stationsleitung hat nicht im täglichen Pflegealltag mitgearbeitet, sie hat also keine Patientenzimmer übernommen oder Patienten gepflegt, sondern hat organisatorische Tätigkeiten wie die Apothekenbestellung übernommen. Die Stationssekretärin war für die Koordination von neuen Aufnahmen oder der verschiedenen Untersuchungen zuständig. Außerdem wurde auf der Station eng im interdisziplinären Team zusammengearbeitet. So spielten die verschiedenen Therapeuten (Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie) bei der Rehabilitation der Patienten eine sehr große Rolle und die Vorgehensweise und Fortschritte bezüglich jedes Patienten wurden einmal wöchentlich in einer Teamsitzung mit Therapeuten, Pflegekräften und Ärzten ausführlich besprochen.

Auch abseits des Krankenhauses in meiner Freizeit hatte ich eine sehr schöne und aufregende Zeit in Wien. Da ich zusammen mit meiner Mitschülerin in der Stadt war, konnten wir gemeinsam viel unternehmen. Jede freie Minute haben wir genutzt, um uns verschiedene Sehenswürdigkeiten anzusehen, durch die Innenstadt zu gehen oder auch einfach das schöne Wetter in den zahlreichen grünen Ecken von Wien zu genießen.

 

Ein weiterer interessanter Punkt, der mich dazu bewegt hat nach Wien zu gehen, war die Sprache. Auch wenn in Österreich Deutsch gesprochen wird, sind doch einige Begriffe anders und auch die Aussprache hat mich anfangs das ein oder andere Mal verzweifeln lassen. Es hat aber auch großen Spaß gemacht, die hochdeutsche Aussprache mit den verschiedenen in Österreich gesprochenen Dialekten zu vergleichen und so verschiedene Begriffe neu zu lernen und anzuwenden. Ich bin sehr froh, dass ich so nette Kollegen hatte, die mit sehr viel Geduld und Spaß mit mir gearbeitet haben und die ein oder andere sprachliche Barriere so wie ich mit Humor genommen haben.

An meinem ersten Tag auf Station wurde ich von einer Kollegin, die selbst auch nicht aus Wien stammt, vorgewarnt, dass die Menschen in Wien eher „grantig“ seien. Da man uns Norddeutschen ja aber auch nachsagt, wir wären eher „kühl“, habe ich mir davon selbst ein Bild gemacht und muss sagen, dass ich die Menschen als sehr offen und sehr freundlich empfunden habe und ich habe mich immer sehr gut aufgenommen gefühlt.

Rückblickend hatte ich sehr schöne Wochen in Wien und ich kann dem Praktikum nur positive Aspekte abgewinnen. Ich bin sehr froh, an dem Erasmus+ Programm teilgenommen zu haben und werde sicherlich auch nach meinem Praktikum noch einmal Zeit in der schönen Stadt Wien verbringen.  

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